An jüdische Dichterinnen erinnern
Mit dem lyrisch-musikalischen Programm „Angesichts der Katastrophe“ wurde an die Opfer des Nationalsozialismus kurz vor dem bundesweiten, gesetzlich verankerten Gedenktag (27. Januar) erinnert. Sowohl bekannte als auch fast vergessene jüdische Dichterinnen standen mit ihrem Werk im Mittelpunkt: Nelly Sachs, Gerty Spies, Rose Ausländer, Hilde Domin, Ilse Aichinger, Else Lasker-Schüler, Dagmar Nick, Gertrud Kolmar, Mascha Kaleko, Hannah Arendt.
Der Musiker, Komponist und Sänger Gernot Blume stellte jedem einfühlsam vorgetragenen vertonten Gedicht eine kurze Einführung voran. Ein Foto jeder Lyrikerin und ihre Lebensdaten ergänzten die Darstellung. Seine Frau Julie Spencer, ebenfalls Musikerin, bereicherte mit ihrem bildnerischen Werk. Die Vertonung und die Visualisierung des Textes in Schrift und Bild intensivierten die Wirkung der Lyrik.
„Lasst uns das Leben leise wieder lernen“ schrieb die deutsch-schwedische Schriftstellerin Nelly Sachs (1891 – 1970) in ihrem Gedicht „Chor der Geretteten“, das im Jahr 1946 veröffentlicht wurde. Das Gedicht thematisiert das traumatische Überleben und den schwierigen Neuanfang nach dem zweiten Weltkrieg. Die Lyrikerin Nelly Sachs erhielt 1966 den Nobelpreis für Literatur.
Auch Gerty Spies (1897 – 1997) gehörte zu den wenigen, die die Shoah überlebten. Das ausgewählte Gedicht „Des Unschuldigen Schuld“ entstand im KZ Theresienstadt, aus dem sie im Juni 1945 als eine der wenigen Überlebenden nach München zurückkehrte.
Das deutsch-amerikanische Künstlerpaar Gernot Blume und Julie Spencer stand nach dem Programm für Fragen zur Verfügung und kam mit dem Publikum in einen intensiven Austausch. Ein Abend, der nachwirkte.
Moment, in dem sie ausgesprochen und gesungen wurden, eine erneute ethische Spannung.
Zu beiden Veranstaltungen ist ein Artikel in der OVZ erschienen, den Sie hier nachlesen können (erschienen in Oberbergische Volkszeitung am 5.2.2026, mit freundlicher Genehmigung der Redaktion: Fotograf und Autor Reiner Thies und Ralf Joost)
