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Freundeskreis Wiehl/Jokneam e.V.
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Jokneam - Portrait


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Jokneam Carmel bereits in der Bibel als Siedlung erwähnt, lag im Gebiet des Stammes Sebulon und wird dort wie folgt beschrieben:
  • Josua 19, 11: von dort verläuft die Grenze nach Westen über Marala und Dabbeschet bis zu dem Tal westlich von Jokneam.
  • Josua 21, 34: Die Nachkommen Meraris bekamen vom Gebiet des Stammes Sebulon die vier Städte Jokneam, Karta, Rimmon und Nahalal.
Am Fuße des Tel Jokneam liegen die Jokneamquellen, die während der ganzen Geschichte der Stadt für Wasser sorgten.

Vom Dorf zur Stadtgeschichte
Geographie
Bevölkerung
Erziehungs- und Ausbildungssystem
Kultur
Meilensteine in der Entwicklung
Partnerschaft Wiehl/Jokneam


Vom Dorf zur Stadtgeschichte


Blick auf Jokneam vom Kloster Muhraqa aus
Siedler aus Deutschland und Holland gründeten 1935 im alten Jokneam eine neue Siedlung. Sie führten intensiven und fortschrittlichen Ackerbau ein. Mit der Staatsgründung wurde in der Nähe ein Aufnahmelager gebaut: Immigranten kamen aus Europa und dem Osten; aus dem Lager wurden später Sozialwohnungen.


Geographie

Jokneam liegt 50 m über dem Meeresspiegel am Schnittpunkt von drei geographischen Regionen:
  • Jesreel-Tal
  • Menascheberge und
  • Berg Karmel
und befindet sich an zwei wichtigen Straßenverbindungen: Zihron Ya`akov - Mansura Road, die die Küstenebene mit Nordisrael verbindet und der Haifa - Meggido Road, die das Jesreeltal durchkreuzt. Die nächstgrößere Stadt, Haifa, ist 22 km entfernt. Nach Tel Aviv sind es 88 km, nach Nazareth und Afula jeweils 25 km.


Bevölkerung


Jokneam, Neubausiedlung
Jokneam hatte Ende 2003 19.000 Einwohner und ist eine der drei Förderstädte, deren Bevölkerung in den letzten Jahren stark gewachsen ist. Ein bedeutender Anteil der Einwohner kam in den 50er und 60er Jahren als neue Immigranten, danach kamen in Israel geborene Einwohner dazu. Viele junge Familien, weitere Immigranten und natürlicher Geburtenzuwachs trugen zum Bevölkerungswachstum der Stadt bei. Die Integration der verschiedenen Bevölkerungsgruppen wird durch intensive gemeinsame Schulbildung, Bildungsprogramme für Erwachsene, soziale, kulturelle und sportliche Aktivitäten gefördert, was zur gegenseitigen Toleranz sowohl bei jungen wie auch bei alten Menschen beiträgt.


Erziehungs- und Ausbildungssystem


1993: Die Gruppe erkundet Cäsarea
Die beschleunigte Entwicklung in den letzten Jahren brachte ein blühendes Erziehungssystem mit sich, insbesondere entstanden Schulen und Kindergärten in den Neubaugebieten. Jokneam hat 43 Kindergärten, 5 weltliche und 1 religiöse Schule, außerdem die ROT-Gesamtschule.

Eine Bereicherung für das örtliche Erziehungsnetz sind das Technologiezentrum für Wissenschaft und Medien für Kinder und das Kunst- und Wissenschaftszentrum. Alle Schulen und Kindergärten haben in den letzten Jahren an einem Programm teilgenommen, dessen Ziel es ist, die Lernprozesse für diejenigen zu verbessern, die Förderung brauchen und auch für die, die Hochleistungen bringen, so dass das Leistungsniveau des Schulsystems verbessert werden konnte. Eine Bibliothek enthält Leseräume für Erwachsene und junge Leute. Es gibt ein pädagogisches Zentrum für die professionellen Erzieher und außerdem eine Frühförderstelle für Eltern mit Vorschulkindern.


Kultur


1996: Besuch der Schule Ha'Oranim in Jokneam
Verschiedene kulturelle Aktivitäten für alle Altersstufen werden im Gemeindezentrum „Madnas“ angeboten. Es gibt dort zahlreiche Angebote im Bereich von Theater, Tanz, Musik, Sport und Chormusik.
Eine Anzahl von Künstlergruppen hat Jokneam in einer Reihe von internationalen Tanz- und Gesangsfestivals sowohl in Israel wie auch im Ausland repräsentiert. Alle diese Gruppen führen die Tradition Jokneams fort, kulturelle Interaktion und gegenseitige Toleranz der verschiedenen Kulturen zu fördern. Sie spiegeln so das reiche Leben in der Gemeinde wider.


Meilensteine in der Entwicklung

50er Jahre
Das moderne Jokneam entwickelte sich aus einem Durchgangslager für Immigranten, das mit dem Jokneam- Moschaw verbunden war. Die ersten Immigranten kamen aus Jemen, Irak, Kurdistan, Rumänien, Jugoslawien, Türkei, Indien und Nordafrika. Während der ersten Jahre war ein Bürgermeister für den Moschaw und für Jokneam gemeinsam verantwortlich.
Anfang der 50er Jahre wurden die Schulen Oranim und Hadassim gebaut.


1999: Metulla, Grenzort zum Libanon
60er Jahre
Ab den 60er Jahren wurden Jokneam und der Moschaw getrennt verwaltet, und es entstanden viele Einfamilienhäuser in der Stadt Jokneam.
1969 wurde Ilan Gabrieli zum Bürgermeister gewählt und hatte dieses Amt bis 1989 inne.

70er Jahre
Der Eiserne Vorhang wurde durchlässig und Jokneam nahm viele neue Immigranten aus der UdSSR auf, neue Wohngebiete wurden gebaut. Das Gemeindezentrum und das Schwimmbad wurden eröffnet.

80er Jahre
Der Lebensstandard verbesserte sich deutlich, als junge Familien von der blühenden Stadt angezogen wurden. Die Bereiche Kultur, Sport und Angebote für Jugendliche wurden wesentlich erweitert und es entwickelte sich ein Gemeinschaftsgefühl.
Ende der 80er Jahre führte eine Krise beim größten Arbeitnehmer der Stadt, der Firma Soltam, zu hoher Arbeitslosigkeit.
1989 wurde Simon Alfasi zum Bürgermeister gewählt.


Simon Alfasi und Josi Amos vor einer Neubausiedlung
90er Jahre
Jokneam nahm erfolgreich eine hohe Anzahl Immigranten aus der ehemaligen UdSSR und Äthiopien auf. Eine gewaltige Anstrengung im Baubereich beeinflusste die Bereiche von Erziehung, Industrie, Bauwirtschaft und Handel.

Jokneam mit seinem schönen Umland wächst weiterhin. Wunderbare Neubaugebiete entstehen und die Häuser werden bereits vor Fertigstellung verkauft. In den letzten 25 Jahren hat sich die Bevölkerung verdreifacht. Ein modernes ausgefeiltes Hightech-Zentrum mit ca. 100 Firmen wurde am Stadteingang errichtet.

Die herrlichen Parkanlagen Rabin, Chopaz und Ghandi sind eine Bereicherung im Freizeitangebot, Wellenbad und Amphitheater werden bald eröffnet. Ein neues Gemeindezentrum, eine neue Bücherei und ein Tenniscenter sind im Bau. Die Entwicklung der Stadt ist modellhaft und zur Nachahmung geeignet.

Besondere Anerkennung hat Jokneam für seine Erfolge in der Integration zwischen neuen Immigranten und Alteingesessenen, zwischen weltlichen und religiösen Gemeinschaften und zwischen Menschen verschiedener politischer Auffassung erhalten.


Partnerschaft Wiehl/Jokneam


Dank an die Schulleitung des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums, die mit dazu beitrug, dass es zu einem Gespräch zwischen jungen Leuten aus Wiehl und Jokneam kam, 2003
Nachdem im August 1972 eine Gruppe des „HAPOEL“ aus Israel zu Gast in Wiehl war, reiste eine Gruppe zum Gegenbesuch nach Jokneam. Weitere Gruppen folgten, so dass der Wunsch entstand, aus den freundschaftlichen Kontakten heraus die bis dahin gewachsene Freundschaft zwischen den Bürgern beider Städte zu engeren partnerschaftlichen Beziehungen auszubauen.

Im Jahr 1980 entsteht der Freundeskreis Wiehl / Jokneam (seit 1989 eingetragener Verein), der mittlerweile 110 Mitglieder hat. Die Stadt Wiehl schließt im Jahr 1981 mit der Stadt Jokneam eine Freundschaftsvereinbarung.

1991 reist eine offizielle Delegation von Vertretern des Stadtrates unter der Leitung des Stadtdirektors und des Bürgermeisters zur Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrags nach Jokneam.

Regelmäßig reisen Gruppen von Wiehl nach Jokneam und Jokneam nach Wiehl. Die Durchführung wird vom Freundeskreis Wiehl/Jokneam verantwortet. Die Unterbringung erfolgt jeweils in Familien.

Neben dem regulären Austausch war auch das Jugendorchester von Jokneam dreimal zu Gast in Wiehl, 1998 reiste der Wiehler „Nachtexpress“ nach Jokneam. Während des Aufenthaltes im Gastland ist jeweils der Gastgeber für das Programm verantwortlich. Der 14-tägige Aufenthalt in Israel beinhaltet u.a. Ausflüge an den See Genezareth, in den Golan bis an die Grenzen von Libanon und Syrien, zum Toten Meer und nach Jerusalem.


Jüdischer Friedhof, Nümbrecht
Der gegenseitige Austausch soll dazu beitragen, die Kulturen anderer Länder kennenzulernen, Vorurteile abzubauen und Freundschaften über Grenzen hinweg zu schließen. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft spielen bei den Begegnungen eine Rolle, denn die Gegenwart kann nicht miteinander gelebt und gestaltet werden, wenn die Vergangenheit ausgeklammert wird. Darum gehören Besuche von Gedenkstätten sowohl in Israel wie auch in Deutschland zum festen Programm. Vor den Reisen nach Israel werden Seminarabende veranstaltet, um über die Besonderheiten des Nahen Ostens und Israels ins Gespräch zu kommen.

Der Freundeskreis Wiehl / Jokneam hat es sich zur Aufgabe gemacht, einmal jährlich Referenten einzuladen, dazu gehören Botschafter und Botschaftsangehörige, Wissenschaftler, Journalisten, Autoren und Zeitzeugen. Ebenso sind auch Folkloreveranstaltungen möglich.

Ein besonderer Höhepunkt war das Nahost-Forum im Jahr 2002 unter dem Thema „Ich habe einen Traum“, zu dem Vertreter Israels, darunter auch der Bürgermeister unserer Partnerstadt mit Begleitung, und der Palästinenser eingeladen waren, um in einen Dialog über die aktuelle Situation einzutreten.